Damaskus: Neues Gesetz enteignet 25.000 Familien (Syrian Observer)

Eine Straßenszene in Syrien, die die allgegenwärtige Propaganda verdeutlicht. Quelle: The Syrian Observer.

11. Oktober 2018 – Der Syrian Observer berichtet, dass mehr als 25.000 Familien (ca. 200.000 Menschen) in der Damaszener Nachbarschaft al-Tadamon ihren Wohnsitz verloren hätten. Das südliche Viertel al-Tadamon wurde kürzlich mittels des neuen Gesetzes Nr. 10, welches laut Regime den Wiederaufbau fördern soll, nach Sicht von Kritikern jedoch Enteignungen und Vertreibungen begünstigt, neu ausgewiesen. Lediglich 690 Häuser wurden für bewohnbar befunden. Alle, deren Häuser als nicht bewohnbar gelten, verlieren damit ihren Besitz. Dies soll etwa 90 Prozent aller Bewohner von al-Tadamon betreffen.

Die Bekanntgabe der Ergebnisse rief selbst unter regimeloyalen Bürgern al-Tadamons große Verärgerung hervor. Tausende Anwohner wollen versuchen, die Neuausweisung ihrer Nachbarschaft vor Gericht anzufechten, berichtet der Syrian Observer.

[Human Rights Watch hat in dieser informativen Übersicht Hintergründe zum umstrittenen Gesetz Nr. 10 zusammengestellt.]

Der Bericht des Syrian Observer erschien am 03. Oktober 2018.