Spannungen in Suweida steigen: Bevölkerung wehrt sich gegen regimeloyale Milizen (Aldorar Alshamia)

02. Oktober 2017 – Die Website Aldorar Alshamia berichtet über steigende Spannungen in der südlichen Provinzhauptstadt Suweida, dem Zentrum der drusischen Bevölkerung Syriens. Nachdem Anwohner zuvor gegen die Inhaftierung eines jungen Mannes mit der Blockade von Straßen und Plätzen protestiert hatten, wurde nun – in einer anderen Angelegenheit – durch Zivilisten der Milizenführer Anwar al-Kareidi festgenommen. Die Eskalation steht in Zusammenhang mit der Entführung und Ermordung eines 17-jährigen Mädchens, Catherine Mezher, vor einem Monat.

Der festgenommene – andere Quellen sprechen von Kidnapping – Anwar al-Kareidi leitet die regimeloyale Miliz al-Bustan, die von Bashar al-Assads Cousin Rami Makhlouf gegründet worden sein soll. Sie hat enge Verbindungen zum Regime.

An der Entführung von Catherine Mezher sollen laut Aldorar Alshamia auch Regimekräfte beteiligt gewesen sein; allen voran Wafiq Nasser, Leiter des Militärgeheimdienstes in Suweida. Mit der Entführung des Mädchens habe man ihre Familie unter Druck setzen wollen. Die Familie Mezher habe nach der Entführung die Ermittlungen in die eigene Hand genommen und auch drei Männer umgebracht, um Näheres über den Verbleib Catherine Mezhers in Erfahrung zu bringen. Diese eigenmächtigen Ermittlungen hätten die Verwicklung Anwar al-Kareidis und Wafiq Nassers aufgedeckt.

Die Region Suweida gilt für syrische Verhältnisse als stabil. Die letzten Ereignisse zeigen, dass die Umtriebe der als regimeloyal geltenden Milizen das Assad-Regime durchaus in Schwierigkeiten bringen. Auch aus anderen Gebieten, die unter Kontrolle des Regimes bzw. loyaler Milizen stehen, werden Entführungen berichtet, z.B. in der Stadt Salamiya. Die Warlords verdienen mit Entführungen beträchtliche Summen.

Dieser Bericht erschien am 02. Oktober auf der Website von Aldorar Alshamia.